Warum sind manche Teams „schlauer“ als andere?

Meeting outside
Foto: Staples Advantage (Lizenz CC BY 2.0)

Ein Team um die Psychologin Anita Williams Woolley (Carnegie Mellon University, Pittsburgh) habt in einer Reihe von Experimenten untersucht, warum manche Teams besser in der Lage sind, Aufgaben zu erfüllen als andere.

Interessanterweise sind dies nicht diejenigen Teams, die mit überdurchschnittlich intelligenten, extravertierten oder motivierten Teammitgliedern ausgestattet sind.

Stattdessen zeichneten sich die besten Teams durch drei andere Faktoren aus:

  1. In den „schlauen“ Teams trugen die Mitglieder gleichwertiger zu den Diskussionen im Team bei als in anderen Teams. In diesen Gruppen gab es nicht den einen dominierenden Anführer oder das Führungsduo, das die Gruppe bestimmte.
  2. Die Mitglieder „schlauer“ Teams waren besser in der Lage, von Gesichtsausdrücken anderer auf komplexe Emotionen zu schließen.
  3. Teams mit mehr Frauen waren erfolgreicher als Teams mit weniger Frauen. Überraschenderweise kam es hierbei auch nicht auf die richtige Mischung von Männern und Frauen an (Stichwort Diversity), sondern die Anzahl der Frauen war an sich entscheidend. Je mehr desto besser. Dieser Effekt lässt sich auch nur teilweise dadurch erklären, dass Frauen besser in der Lage sind Gesichtsausdrücke zu interpretieren als Männer.

Diese Faktoren konnten sogar in einem zweiten Experiment bestätigt werden, bei dem ein Teil der Probanden sich nicht gegenseitig sahen, sondern nur online miteinander kommunizierten. Auch bei diesen Teams spielte die soziale Intelligenz eine zentrale Rolle bei der Performance der Teams. Es geht also nicht alleine darum, Emotionen in Gesichtern zu erkennen, sondern um die grundsätzliche Fähigkeit, sich in andere hinein versetzen zu können.

Ich bin gespannt, welche Ergebnisse auf diesem Gebiet in Zukunft noch zu bestaunen sein werden. Interessant wäre zum Beispiel, ob sich die Erkenntnisse von Woolley und Kollegen auch in Feldexperimenten bestätigen lassen, bei denen komplexere und realitätsnähere Aufgaben zu bewältigen sind und ob die Art der Aufgabe einen Einfluss auf die Ergebnisse hat.

Weitere Informationen finden sich in einem Artikel von Wooley, Malone und Chabris in der New York Times. Den Artikel habe ich übrigens über Adam Grants hervorragenden Newsletter „Granted“ gefunden.

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